Veröffentlicht am 22 Mai, 2018 — in

Gesundheitsentwicklung einer strukturschwachen Region – eine Quadratur des Kreises?

…nicht unbedingt, meinen die Initiatoren von RESOLUT – eines der Projekte, die in den neuen Bundesländern durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung in der Konzeptphase gefördert wird.

Bei Gesundheit als Motor von Innovation und Wachstum denken wir eher an Universitäten, Forschungsschwerpunkte, Pharmaunternehmen oder große Klinikketten. Dabei übersehen wir, dass der Gesundheitssektor in vielen Regionen – insbesondere wenn alle Zulieferer (von Lebensmitteln bis IT) einbezogen werden – ein wichtiger Arbeitgeber ist. Dieser Sektor mit seinen vielen kleinen Unternehmen, die oft auf eine pragmatische Art und Weise eine gute Versorgung der Patienten gewährleisten, beheimatet sehr innovative Ideen und Unternehmen. Zudem ist er angesichts der demographischen Entwicklung ein sicherer Zukunftssektor – und last but not least – diese Arbeitsplätze lassen sich nicht beliebig wegrationalisieren oder an andere (evtl. sogar ausländische) Standorte verlagern. Denn die Versorgung von Patienten lässt sich nicht „outsourcen“.

RESOLUT steht für Regionale Entwicklung und Strukturwandel durch Verbesserung der Versorgung Onkologischer Patienten und ihrer Familien durch Vernetzung aller beteiligten Unternehmen, Institutionen und Vereinigungen in Nord-Thüringen.

RESOLUT wurde zusammen mit 29 weiteren aus über 100 Voranträgen ausgewählt, um in der zweiten Stufe eine Strategie für die Region Nordthüringen zu entwickeln. Neben dem Universitätsklinikum Jena, der Hochschule Nordhausen und der Deutschen Krebsgesellschaft haben fast alle Akteure im Gesundheitswesen in Thüringen und in der Region das Projekt unterstützt. Die Ärzte sind durch die Landesärztekammer, die Kassenärztliche Vereinigung, den Hausärzteverband und die Berufsverbände der Gynäkologen und Urologen vertreten. Die Pflege ist durch eine Vielzahl von Pflegeheimen und Pflegediensten involviert. Beteiligt sind bislang die Kliniken in Bad Frankenhausen und das Hufeland Klinikum Bad Langensalza/Mühlhausen sowie das Universitätsklinikum Göttingen. Patienten beteiligen sich über die Selbsthilfegruppen und die Thüringische  Krebsgesellschaft, werden aber insbesondere auch direkt als Bürger der Region und Experten in eigener Sache angesprochen.

In RESOLUT steht der Mensch im Mittelpunkt – Innovation und Fortschritt machen nur Sinn, wenn sie den Menschen dienen. Das besondere Augenmerk gilt Patienten, ihren Angehörigen aber auch allen Berufsgruppen, die an der Versorgung beteiligt sind.

Seit dem 01.04.2018 arbeiten engagierte Wissenschaftler aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften für RESOLUT zusammen und hören zunächst zu. Das Team ist derzeit in der Region unterwegs und führt Gespräche und Interviews mit Akteuren des Gesundheitswesen und der Wirtschaft, um erste Ideen und Innovationen zu entwickeln. Rund um diese ersten Ideen werden in der ersten Juniwoche offene Runde Tische gestaltet, zu denen wir Patienten, Angehörige und Akteure im Gesundheitswesen einladen. Diese Runden Tische sind offen für jedermann – denn Ideen und Innovationen können überall entstehen und sind am wirksamsten, wenn sie aus der Region kommen und in die Region passen.

Gleichzeitig werden themenspezifische Werkstattgespräche vorbereitet – hier können sich Ärzte und Pflegekräfte, Vertreter der Kliniken aber auch andere Akteure im Gesundheitswesen, Vertreter der Schulen und anderer Bildungseinrichtungen, Politiker, sowie Vertreter aus Handwerk und Wirtschaft treffen und diskutieren. Das Ergebnis soll im Kern eine regional passgenaue Strategie für die Gesundheitsregion Nordthüringen sein.

Wir möchten alle ärztlichen Kollegen in der Region ansprechen und bitten, sich an dem Diskurs zu beteiligen und auch ihre Patienten mit einer Krebserkrankung zu aktivieren. Denn uns Ärzten kommt jetzt eine besondere Bedeutung zu. Wir sind die die ersten Ansprechpartner für unsere Patienten. Durch die Arbeit in der Region kennen wir meist nicht nur die Probleme und Schwierigkeiten, sondern häufig auch die vielen kleinen und großen Lösungen in der Region. Die Chance, gemeinsam mit allen anderen Akteuren im Gesundheitswesen für unsere Patienten eine Vision zu erdenken und diese dann mit einer mittelfristigen Förderung konkret umzusetzen, mag zwar angesichts vieler Restriktionen im Gesundheitswesen eher wie ein Märchen klingen – aber:

„Wenn ich allein träume, ist es nur ein Traum. Wenn wir gemeinsam träumen, ist es der Anfang der Wirklichkeit.“ — Hélder Càmara

Ansprechpartner

Prof. Dr. Jutta Hübner
Klinik für Innere Medizin II
Am Klinikum 1
07747 Jena

Telefon:          03641/9324218
E-Mail:            jutta.huebner@med.uni-jena.de

Wenn Sie mehr über RESOLUT wissen wollen

…freuen wir uns, wenn Sie weiter auf unserer Internetseite stöbern oder uns bei Fragen und Anmerkungen direkt kontaktieren.

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